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Neugierige Fragen an Sabine Fries – Langzeit-Urlauberin an der Costa de la Luz

IMG-20170520-WA0025Langzeit-Urlaub im Winter an der Costa de la Luz liegt im Trend. Gründe dafür gibt es reichlich: Es locken ein mildes Klima und endlose Sandstrände, Naturreservate mit einzigartiger Tier- und Pflanzenwelt und authentische (Weisse) Dörfer; Cádiz, Jerez und Sevilla mit ihrem breiten kulturellen Angebot sind innerhalb von 1-2 Stunden mit dem Auto erreichbar.

Wir wollten wissen, was Menschen noch so innerlich motiviert, hier ein paar Monate zu verbringen. Also haben wir Sabine gefragt. Sie hat sich von Anfang Februar bis Anfang Mai 2017 in Conil häuslich niedergelassen und uns ein paar sehr persönliche Antworten gegeben.

Sabine, wie kam es zu deinem Langzeit-Winterurlaub?

Meine Lebenssituation gab das her und ich hab „Freiheit gerochen“: Ich konnte mit 58 in Rente gehen, mein 2. Kind ist letztes Jahr zum Studium weggezogen. Auslöser war auch, dass ich eine schwere Erkrankung überwunden habe. Da fragst Du Dich, was wichtig ist und was nicht so sehr. Also hab ich meinen Hausstand sehr reduziert und bin ich losgezogen; die Costa de la Luz war meine 2. „Etappe“.

Warum Costa de la Luz? Wieso Conil de la Frontera?

Zunächst hatte ich Südamerika im Blick, das wäre mit meinem Hund allerdings schwierig geworden. Spanischsprachig sollte es aber sein und, mit Blick auf die kalte Jahreszeit, soweit wie möglich im Süden. Erst hab ich an Tarifa gedacht, aber im MM Reiseführer gelesen, dass das doch arg windig ist. Beim weiteren Lesen hat mir die Beschreibung zu Conil total gut gefallen. Da bin ich also und froh über meine Entscheidung.

Was hast Du Dir von der Zeit hier erhofft?

Zum einen wollte ich Spanisch lernen (Südamerika ist nur aufgeschoben) und das Hirn mal wieder mit was Neuem füttern. Zum anderen fand ich die Frage interessant: was nimmst Du von Dir selbst mit, wenn Du für längere Zeit zuhause weg- und woanders hingehst? Und welche Veränderung willst Du mit zurück nachhause nehmen? Könntest Du auch woanders (als in Deutschland) leben?

Ist so lange weg sein Urlaub oder woanders daheim sein?

Eher wie zuhause sein. Ich hab ein Haus gemietet, in dem ich mein (weniges mitgebrachtes) Hab und Gut verteilt habe. Und ich hatte auch hier meine Routinen: Spaziergänge mit dem Hund; ich bin fast täglich zum Asthanga-Yoga gegangen und hab Sprachkurse gemacht. Im Grunde habe ich von zuhause nichts vermisst. Ok, vielleicht mal ins Kino zu gehen, lange Gespräche mit guten Freunden… Penatencreme. ;o) Aber das war’s.

IMG-20170520-WA0024Was hat Dir besonders gefallen?

Die Weite der Landschaft und das gelassenere Alltagstempo, die Entspanntheit der Leute: Da gibt es im Supermarkt keinen Run auf die zusätzlich eröffnete Kasse, kein Gehupe, wenn der vor Dir grad mal anhält, um aus dem Fenster einen Freund auf der Strasse zu grüssen. Die Zeit hat hier im Winter schlicht auch eine etwas andere Dimension als zu Hause. Die Tage gleiten so angenehm dahin, auch ohne dass man immer so wirklich viel macht.

Was war für Dich gewöhnungsbedürftig?

Die Essenszeiten – dass hier um 18.00 Uhr grad mal Zeit für den Nachmittags-Kaffee ist und vor 20.00/20.30 Uhr nicht wirklich zu Abend gegessen wird.

Was empfiehlst Du anderen Langzeit-Urlauber/innen?

Offen auf die Leute zugehen, gerade wenn Du alleine unterwegs bist und/oder Du die Sprache lernen willst; zur spanischen Friseurin gehen, die Verkäuferin im Laden in einen Plausch verwickeln. So ziemlich jeder hier ist zu einem kurzen Schnack bereit, gerade in der ruhigeren Winterzeit. Das hilft auch, mit der Sprache voranzukommen und sich an den hiesigen Dialekt zu gewöhnen.

Deine persönlichen TOP 5 an der Costa de la Luz?

Die vielen grossen und kleinen Feste. Als erstes kommt mir da die Semana Santa in den Sinn: Mir war nicht klar, wie groß sie hier gefeiert wird, und auch für nicht religiöse Menschen ist sie beeindruckend, vor allem auch in den kleineren Ortschaften. Überhaupt gibt es kaum ein Wochenende an dem nicht irgendein Fest ist. Sicher auch sehenswert ist der Carnaval de Cádiz

Die zahlreichen Wandermöglichkeiten: Durch den Hund habe ich viele Wanderungen oder auch nur Spaziergänge gemacht. Der Nationalpark La Breña y Marismas de Barbate ist zum Wandern wunderschön, aber auch die Ruta Punta del Boquerón in San Fernando, oder auch einfach der kurze Spaziergang an der Steilküste hinter dem Leuchtturm von Conil: Ruhig, mit wunderschönen Ausblicken, kleinen Buchten und herrlichen Azaleen. Ein etwas entfernteres Ziel ist die Sierra de Grazalema. Die Fahrt ist aber herrlich und der Ort mit seinen Wandermöglichkeiten sehr schön.

Ausserdem gibt es unendlich viele Sportmöglichkeiten. Golf, Reiten, Kajak, Yoga… Vor allem Radfahrer kommen auf ihre Kosten. Das Hinterland ist wunderschön, sanft hügelig mit netten kleinen Ortschaften und gerade in der Winterzeit grün mit immer verschiedenen Frühlingsblumen, die langsam nacheinander aufblühen.

Von den Städten hat mir Cádiz am besten gefallen und später in der Saison (weil einfach mehr Leben ist) Tarifa, wo man u.a. eine Wal- und Delfin-Beobachtungstour machen kann und dabei auch wirklich viele Tiere sieht.

Ja, und last but not least: Das ESSEN!

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Praktikum in Casa Andaluza

Praktikum in Casa Andaluza

40108072_940272919497376_3671023749793950002_n(1)Am 02.09.18 hat alles angefangen: Allein startete ich vom Münchner Flughafen nach Jerez, um dann meine temporäre Heimat Conil zu erreichen. Ich wusste, dass in 2 Wochen mein Praktikum anfängt, somit belegte ich zur Vorbereitung noch einen 2-wöchigen Sprachkurs an der Akademia Atlantika. Man muss wissen, dass in Conil der andalusische Dialekt sehr ausgeprägt ist und die Conileños die Hälfte der Wörter bzw. Buchstaben verschlucken. Doch, wenn sie merken, dass man kein Muttersprachler ist, strengen Sie sich (meistens) an, verständlicher und langsamer zu sprechen, no te preocupes (;  Während der Sprachschule habe ich dann das erste Mal im Büro von Casa Andaluza vorbeigeschaut, um Karin und Jan persönlich kennenzulernen. Beide machten sofort einen sehr sympathischen Eindruck, Karin „kannte“ ich ja schon von unserem Bewerbungsgespräch über Skype.

Am 17.09.18 um 9 Uhr war es dann soweit, mein erster Arbeitstag stand vor der Tür. Überpünktlich um 5 vor 9 (typisch deutsch) stand ich vor dem Büro. Jedoch war noch niemand da, da in Spanien natürlich nicht um Punkt 9 Uhr die Arbeit beginnt (; Somit starteten wir ganz entspannt um 9.10Uhr mit der Arbeit. Natürlich war Hochbetrieb in Casa Andaluza, da noch Hochsaison herrschte. Trotzdem nahmen sich Karin, Jan und eine frühere Aushilfe bzw.  eine Freundin von Karin Zeit für mich, um mir alles zu erklären. Meine Arbeitszeiten gingen von 9.00 – 15.00/15.30 Uhr (Mo-Fr). Da das Unternehmen nur aus einem Mitarbeiter (Jan), der Chefin (Karin) und einer Praktikantin (mir) besteht, habe ich viele verschiedene Aufgaben und auch Verantwortung zugeteilt bekommen.

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Ich war hauptsächlich für die Ankunftsmails, App-Einladungen und Reviewanfragen verantwortlich. Außerdem mussten monatlich Rechnungen für die Eigentümer erstellt werden und pro Quartal Einkommenssteuererklärungen angefertigt werden. Ich durfte auch sofort ans Telefon gehen, obwohl mein Spanisch noch lange nicht ausreichend genug war. Falls ich nicht alles oder gar nichts verstanden habe, half mir Jan oder Karin, oder ich habe den Anrufer weitergeleitet, no pasa na‘ (;

Weitere Aufgaben waren die Aktualisierung des Schaufensters (Last-Minute Angebote erstellen, Weihnachtsdekoration,..), die Pflege der Social Media (Instagram, Facebook) und auch das Mailing (Weihnachtsmail, Saisonmail gestalten und an die Kunden/Eigentümer schicken). Außerdem musste ich ab und zu Gasöfen zu den Ferienhäusern bringen oder sie vorher abholen und auch unserem Fotografen Tim bei den Vorbereitungen helfen, wodurch ich das spanische Autofahren (Ich bekam sogar ein Auto gestellt, das ich auch privat nutzen durfte), die Gegend und die Apartments besser kennenlernte.

Im Dezember habe ich dann mein eigenes Projekt bekommen: Hostfully. Die vorherige App wurde nun durch virtuelle Gästebücher für Kunden ersetzt, die ich erstellen und individualisieren musste. Zusätzlich mussten für die jeweiligen Themengebiete (Bedienung des Fernsehens, Heizung, Umgang mit Gasflaschen,..) neue Fotos  bzw. auch Videos erstellt werden, wodurch natürlich auch Kreativität gefragt war. Da wir 154 verschiedene Häuser anbieten, wird das vermutlich noch eine Weile dauern bis alle Häuser komplett angelegt sind.

Im Januar durfte ich dann auch das Themengebiet von Jan übernehmen, da dieser im Urlaub war. Somit kümmerten sich Sofía (die Tochter von Karin, die auch schon öfter in Casa Andaluza gearbeitet hat) und ich um Anfragen, Buchungen und beantworteten die Fragen der Kunden. Natürlich waren wir nie alleine, wenn wir Fragen hatten, war Karin immer zur Stelle.

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Aufgrund der Unternehmensgröße war die Atmosphäre immer sehr locker und alles lief auf einer sehr personalen Ebene ab. Auch außerhalb des Büros haben wir ab und zu etwas zusammen unternommen. Beispielsweise waren wir im Curro Jimenez, da wir vergeblich auf die Sonne warteten, um ein gutes Bild für unser Weihnachtsmailing zu machen (; Wir haben das Essen in der Hotelschule Atalaya getestet und hatten eine lustige Weihnachtsfeier im Vascook mit anschließendem Barbesuch im Café Central. Außerdem ging ich die letzten 2 Wochen sogar ins Zumba mit meiner Chefin, ihrer Freundin und ihrer Tochter. Ein lockereres Verhältnis kann man sich kaum vorstellen, oder? (; Als Abschiedsgeschenk bekam ich von Karin einen Gutschein für das Spa in Benalup, den ich mit Sofía einlöste. Que amable es mi jefa, ehh (;

31.01.2019: Insgesamt kann ich sagen, dass mein Aufenthalt in Conil einer der besten Erfahrungen meines Lebens war. Ich habe in Casa Andaluza sehr viel gelernt, das mir auch nach meinem Tourismusmanagement Studium sicher noch viel bringen wird. Neben meinen verbesserten Sprachkenntnissen, bekam ich auch endlich mal einen richtigen Einblick ins Arbeitsleben und habe den Umgang mit schwierigen Situationen (z.B. Probleme der Kunden, Stresssituationen) und Kunden erfahren. Doch nicht nur beruflich hat mir Conil  geholfen. Ich habe so viele unglaubliche Menschen kennengelernt, die mir den spanischen Lifestyle sehr nahe gebracht haben, wodurch ich mich schon selbst wie eine Conileña fühle. Die Einwohner sind sehr freundlich und aufgeschlossen, wodurch man sich sehr schnell willkommen und heimisch fühlt.

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Hiermit möchte ich mich bei Casa Andaluza und ganz Conil bedanken. Ich bin hier alleine angekommen, ohne zu wissen, was mich erwartet.  Und zurück fliege ich mit einzigartigen Erfahrungen und Erinnerungen, neuen Freunden, einer 2. Heimat in Spanien und als Conileña im Herzen!

 ¡Muchas gracias por todo!

¡Voy a extrañar Conil, mis amigos, Casa Andaluza, la comida, la lengua, las fiestas, la playa, el mar, el sol y toda la vida que tenía aquí! Seguramente voy a volver!

Sabrina Birlmeier

 

 

Semana Santa 2017 in Sevilla

In keiner anderen Stadt Spaniens wird die Semana Santa (Karwoche) mit solcher Inbrunst zelebriert wie in Sevilla. Die zahlreich vertretenen Bruderschaften (Hermandades oder Cofradías) üben bereits Monate vorher die Synchronisation von Schritten, die unabdinglich ist, wenn 25 oder mehr Männer die tonnenschweren Prozessionsfiguren durch die Gassen der Altstadt tragen, musikalisch begleitet von Blechblaskapellen und Trommeln, die Trauermärsche spielen.

Wollt ihr mehr über die Semana Santa in Sevilla wissen? Dann schaut doch mal hier vorbei: http://www.sevillaonline.es/deutsch/sevilla/semana-santa_karwoche.htm